3 Min. Lesezeitvon René Möllers

Vom Satellitenbild zum Geländeplan: wie wir das Lichtermeer planen

Das Lichtermeer ist eine Aktion des Ostsee-Holstein-Tourismus e.V., kurz OHT, mit Sitz in Scharbeutz. Der OHT macht das überregionale Marketing für die Ostseeküste und hat die Idee ins Leben gerufen. Jeder teilnehmende Ort gestaltet sein Lichtermeer auf eigene Art, der OHT bewirbt es gemeinsam.

Bei uns auf Fehmarn findet es im Senator-Thomsen-Park statt. Wir vom Tourismus-Service Fehmarn bringen dort Lichtinstallationen, Musik und eine Feuershow zusammen. Dazu kommen Essensstände, eine Pagode, in der die Musik spielt, ein Toilettenhaus und die Ein- und Ausgänge. Das alles muss auf eine Fläche passen, und fast alles davon braucht Strom, manches auch Wasser.

Wie wir es früher gemacht haben

Wir haben ein Satellitenbild vom Park genommen und von Hand eingezeichnet, wo was hinkommt: die Stände, die Lichtinstallationen, die Stromanschlüsse, die Wasserstellen, das Catering, die Pagode für die Musik, das Toilettenhaus, die Ein- und Ausgänge.

Genau war das nicht. Auf einem Luftbild mit Kreisen siehst du nicht, ob die Pagode drei oder fünf Meter vom Weg entfernt steht. Und der Plan hatte immer nur einen Zeichner. Die Veranstaltungstechnik hat mir gesagt, wo ihre Installationen hin sollen, ich habe es eingetragen, und wenn sich etwas verschoben hat, ging das Ganze von vorn los.

Was sich mit dem Flächenplaner geändert hat

Den Plan für das Lichtermeer haben wir in diesem Jahr im Flächenplaner von Pilotra gebaut. Neu ist vor allem, dass mehrere Leute im selben Plan zeichnen.

Die Lichtinstallation macht bei uns Ostsee-Pyrotechnik. Ich habe sie in den Plan eingeladen, und sie haben ihre Positionen selbst eingezeichnet: wo die Installationen stehen, wo zusätzliches Licht hinkommt, wo sie Stromkästen brauchen. Sie sehen dabei nur diesen einen Plan und sonst nichts aus Pilotra.

Mit diesen Angaben habe ich danach die Pagode, die Imbissstände und die Bierzelt-Garnituren gesetzt und dazugeschrieben, welcher Stand welchen Strom und welches Wasser braucht. Was mir früher jemand am Telefon gesagt hat, muss ich nicht mehr abschreiben.

Geländeplan vom Lichtermeer 2026 im Senator-Thomsen-Park auf dem Satellitenbild: Lichtinstallationen, Fußgängerroute, Ein- und Ausgänge, Toilettenwagen und Frischwasser am Parkplatz

Der Bauhof sieht denselben Plan

Am Ende schicke ich dem Bauhof einen Freigabe-Link zum fertigen Plan. Dort sieht er, wo die Pagode hinkommt, wo die Bierzelt-Garnituren stehen und welchen Stromkasten die Technik an welcher Stelle braucht. Dazu zählt die Materialliste alle Objekte im Plan zusammen. Der Bauhof weiß damit, was er für die Veranstaltung einladen muss, und ich schreibe keinen Arbeitszettel mehr.

Materialliste des Lichtermeer-Plans: unter anderem 17 Lichtinstallationen, 7 Stromverteiler, 9 Kabelbrücken und 6 Bierzelt-Garnituren

So baust du deinen eigenen Geländeplan

Wenn du eine Veranstaltung auf einer freien Fläche planst, kannst du in derselben Reihenfolge vorgehen wie ich beim Lichtermeer.

1. Die Fläche anlegen. Such die Adresse und schalte auf Satellit. Hast du einen eigenen Lageplan als PNG, JPG oder PDF, leg ihn darüber und schieb, dreh und skalier ihn, bis er zur Karte passt.

2. Die festen Punkte setzen. Zuerst kommt, was sich nicht bewegen lässt: Ein- und Ausgänge, Toilettenhaus, vorhandene Anschlüsse. Alles andere richtet sich danach.

3. Die Partner einladen. Lade die Leute ein, die eigene Technik mitbringen, zum Beispiel Licht, Ton oder Pyrotechnik. Sie bekommen eine Einladung per E-Mail, registrieren sich mit dieser Adresse und zeichnen ihre Positionen selbst ein.

4. Den Rest um die Technik herum planen. Wenn Licht und Strom im Plan stehen, setzt du Bühne, Pagoden und Stände. Der Katalog hat über 100 fertige Objekte, auch Zelte, Toiletten, Stromverteiler und Wasseranschlüsse. Maße und Drehung stellst du pro Objekt ein.

5. Nachmessen. Mit dem Messwerkzeug misst du Abstände und Flächen in Metern. Wenn du eine Personendichte einträgst, siehst du, wie viele Leute auf deine Flächen passen.

Nahaufnahme aus dem Plan: Bierzelt-Garnituren, Foodtruck und Imbissstand mit Stromanschlüssen von 16 A und 230 V, Mülleimern und Lichtinstallationen

Was ich daraus mitnehme

Beim Satellitenbild lief jede Änderung über mich. Seit die Technik selbst einzeichnet, stimmt der Plan auch an den Stellen, die ich vorher nur vom Hörensagen kannte.

Planst du deine Fläche noch auf Papier oder einem ausgedruckten Luftbild, dann zeichne dein nächstes Gelände im Flächenplaner. Dafür meldest du dich unverbindlich in der Beta an. Was der Planer sonst noch kann, steht auf der Seite zum Flächenplaner.

Du planst selbst Veranstaltungen und kennst die Tabellen? Sieh dir an, was Pilotra für dich übernehmen kann.